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War Dogs

(USA 2016; Regie: Todd Philips)

Dummdreiste Dudes drehen dickes Ding, oder: Was war nochmal Neoliberalismus?

foto: © warner bros.
Zur Mitte dieser fact-based Farce über zwei betrügerische US-Waffenhändler in den Bush- und Irakkriegsjahren gibt es eine Sequenz auf einer grotesken Rüstungsindustriemesse in Las Vegas ("like Comicon with grenades!"). Plötzlich taucht Bradley Cooper als ominös eingeführte Oberchecker-Nebenfigur auf. Der Star der "Hangover"-Filme an deren Hauptschauplatz, in einem Ulk von "Hangover"-Regisseur Todd Phillips: Dieser Moment sagt ,,He, ich mach einfach mein Ding!" - und signiert so quasi, worum es in "War Dogs" geht: das große Getting away with it.

Wie in "Hangover": Dudes auf Droge drehen es irgendwie. Spießig, zynisch, ramponiert, bei dubiosem Tun, das aufgetürmte Notlügen vor der Gattin verbergen: Rumalbern in Albanien, Fellatio in Falludja ("This is a Muslim country! I can´t even get a blowjob here!"). Die Orientalismen von Ugly Americans sind so offenherzig, ohne Relativierungsrahmen, ausgestellt wie ihre Deals: insbesondere das Repackaging veralteter, mit Embargo belegter chinesisch-albanischer Munition, die als Neuware ans Pentagon geht. Wenn Selbstüberschätzer mit RayBan zu "Wish You Were Here" in Zeitlupe die AK-47 melken, ist das ein Zitat der meistzitierten Kinokomikikone der Zehnerjahre: der Wolfpack-Zeitlupenpose wilder Dillos aus "Hangover".

Es kommt noch dicker: Jonah Hill spielt den Skrupelloseren (den Skrupulöseren gibt Miles Teller). Also heißt es Wolfpack of Wall Street, Vegas heißt Casino, die Dealer sind Good Fellas (in Fellatio-Not). Machos auf Koks improvisieren in einer kriminell ambitiösen Ökonomie zwischen Bröselprofiten und dem zu großem Kuchen, in Standbildern, Flashback und effektivem Timing von Sagern und Songs: Das ist Scorsese repackaged. Nur ist es weniger schlau (trotz auf entlarvend machender Titelinserts wie "God bless Dick Cheney´s America!"); es ist auch nicht Hormonhabitusanalyse mit pädagogisch-kokettem Anspruch wie "The Big Short". Es ist halt vorwiegend nur kokett, nicht mehr und nicht weniger (weder Kuchen noch Brösel): nettes Nullerjahre-Retro, Neoliberalismusnostalgie im Rückblick auf die Zeit vor dem endlosen Hangover.

Drehli Robnik



War Dogs
OT: War Dogs
USA 2016 - 115 min.
Regie: Todd Philips - Drehbuch: Stephen Chin, Todd Phillips, Jason Smilovic - Produktion: Scott Budnick, Bradley Cooper, Mark Gordon, Todd Phillips, Bryan Zuriff - Kamera: Lawrence Sher - Schnitt: Jeff Groth - Musik: Cliff Martinez - Verleih: Warner Bros. - FSK: ab 12 Jahren - Besetzung: Ana de Armas, Jonah Hill, Miles Teller, Bradley Cooper, Valentina Lucia Faltoni, Dan Bilzerian
Kinostart (D): 29.09.2016

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt2005151/

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