Tief im Westen tanzt der Kongress

Notizen zu Film & Musik
von Ulrich Kriest

Schwarz-weiße Bilder. Ein Musikvideo. Der Name der Band: Stabil Elite. Der Name des Songs: „Spumante“. Was macht denn Bibiana Beglau in Athen? Offensichtlich ziemlich genervt und zudem noch im schweren dunklen Wollmantel und groß dimensionierter Sonnenbrille unpassend gekleidet und mit falschem Schuhwerk ausgestattet, erklimmt sie die von Touristen okkupierte Baustelle namens Akropolis...

Society Yuzna

Arschgesichter, Disneykinder und poetische Überschüsse – Die Filme von Brian Yuzna und Stuart Gordon

Ein Dossier, sechs Verbeugungen
von Nicolai Bühnemann, Jochen Werner, Lukas Foerster

Was Brian Yuzna und Stuart Gordon mit den Heroen des internationalen Horror- und Splatterkinos, mit Wes Craven, John Carpenter, George A. Romero und David Cronenberg, aber auch mit Dario Argento oder Lucio Fulci, verbindet, ist dass das Genre, vielleicht genauer: das sinistre Welt- und Menschenbild des Exploitationfilms, für sie nur Mittel zum Zweck ist, gewissermaßen das Material, das ihnen dazu dient, eine ganz eigene Vision vom Menschen und der Welt, die er für sich erschaffen hat, zu verwirklichen.

Die Frau im Spiegel

Ein Versuch über Douglas Sirk anlässlich der Gesamtretrospektive im Zeughauskino
von Nicolai Bühnemann

Am Ende landet die Liebe ziemlich buchstäblich im Müll. Und für den Mann, der die femme fatale zunächst geküsst, später erdolcht hat, weil er sich der Besessenheit für sie, die seine ganze Existenz zu durchdringen, zu verderben schien, nur so meinte entledigen zu können, gibt es nicht mal einen Abgang in Würde...

Gegen die Gesellschaft, für das Glück

Zum Werk Eloy de la Iglesias
von Nicolai Bühnemann

Dass sich das Begehren im verzweifelten Kampf mit den gesellschaftlichen Realitäten befindet – und dabei meist den Kürzeren zieht –, ist eines der Motive, die sich durch das Werk De la Iglesias ziehen...

Horror ganz nah am Hier und Jetzt

Nachruf auf Regisseur Wes Craven
von Thomas Groh

„Um nicht in Ohnmacht zu fallen, wiederholen Sie stets: Es ist bloß ein Film!“ Ein Film allerdings, der sich gewaschen hat und auf grobkörnigem 16-mm-Material alle Register zieht, um dem Horrorkino die Gemütlichkeit künstlicher Dekors gründlich auszutreiben. Wohl auch deshalb musste „Das letzte Haus links“ (1972), ein bis heute beherzt an den Nervenenden des Publikums zerrendes Stück Kino, mit solchen Werbesprüchen auf Distanz gebracht werden...

Peter Kern (13.2.1949 – 26.8.2015)

Der kompromisslos-radikale Autorenfilmer war ein aus der Zeit gefallenes Relikt
von Ulrich Kriest

Seine eigenen Filme blieben konsequent unter dem Radar einer größeren Film-Öffentlichkeit, aber den Mann dahinter, den „Total Filmmaker“ Peter Kern, den konnte man schwerlich übersehen...