Predator – Upgrade

(USA 2018; Regie: Shane Black)

Lass es krachen, bis wir lachen

Das alles muss eigentlich überhaupt nicht sein, aber wenn schon, dann ungefähr genau so. Shane Black war als Kleindarsteller das erste Opfer des Monsters im superen Ur-„Predator“ von 1987 (der Soldat, der seine Witze, die er manisch erzählt, immer erklärren muss). Seitdem hat manch interracial Buddymovie von „Lethal Weapon“ abwärts geschrieben und als Regisseur fette Filme wie „Iron Man 3“ und nette wie „The Nice Guys“ gedreht. Sein „Predator – Upgrade“, im Original subtiler „The Predator“ benannt, liegt irgendwo dazwischen; Tendenz nett.

Das Menschenjäger-Alien-Franchise (mit dem in nicht-angelsächsischen Gefilden notorisch falsch ausgesprochenen Titel) stand in seinen lichten Momenten, zumal im Auftaktfilm mit Schwarzenegger, für spannende Genrespurwechsel, die einst das Konzept des filmischen Crossover mitgeprägt haben. Solche Prozesslogiken lässt der neue „Predator“ gänzlich vermissen – oder doch nicht? Was an Enttarnungs-Thrill wegfällt, indem der Film gleich mit Vollgeballer einsteigt, macht er wett, indem er sich entpuppt: Getarnt als Blockbuster-SciFi (und insofern im heutigen Normal-Hollywood-Angebot fast so unsichtbar wie seine Titelfigur im Transparenz-Look), ist „The Predator“ unversehens ein Action-Spoof mit Zug zum Klamauk, in dem ein B-Movie steckt, sogar mit ein wenig noirish-nocturnem Flair – die lange Nacht der kurzen Schmähs. Von der Anmutung her ist das also eher ein Downgrade als ein Upgrade, wenn auch ein teures, mit problembeladener Produktionsgeschichte. Dazu, sowie zur Abfeierung eines multiethnischen Militärsträflings-Freakteams (das Dirty Dozen im Bus aus Carpenters „Assault – Das Ende“), das sich im Kampf gegen Pflicht- und Kür-Predators behauptet – zu all dem also passt gut die Art, wie es in „The Predator“ vor Kürzungsschnitten holpert und scheppert. Biologin, tough, und Bub, autistisch – gespielt von Jacob Tremblay, wem sonst? –, sind auch dabei.

Der sympathische Cast, unter anderen Boyd Holbrook, Olivia Munn, Trevante Rhodes (und Allzweck-Komiker Keegan-Michael Key in einer Rolle, die dem Witzerzähl-Maniac von 1987 nachempfunden zu sein scheint), seine Tics, sophistischen Streitdialoge und Oneliner machen Spaß. Der Music Score von anno ’87 tritt hier as himself auf. Alles ist durchschaubar und doch konfus auf meist charmante Art. Howard Hawks? Nein. Aber es hauert hin, beinah.

Predator - Upgrade
(The Predator)
USA 2018 - 107 min.
Regie: Shane Black - Drehbuch: Fred Dekker, Shane Black - Produktion: Lawrence Gordon, John Davis - Kamera: Larry Fong - Schnitt: Harry B. Miller III - Musik: Henry Jackman - Verleih: 20th Century Fox - FSK: ab 16 Jahren - Besetzung: Boyd Holbrook, Yvonne Strahovski, Trevante Rhodes, Jacob Tremblay, Keegan-Michael Key, Olivia Munn, Sterling K. Brown, Thomas Jane, Alfie Allen, Augusto Aguilera
Kinostart (D): 13.09.2018

IMDB-Link: https://www.imdb.com/title/tt3829266/
Foto: © 20th Century Fox