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Auf brennender Erde

(USA / Argentinien 2008; Regie: Guillermo Arriaga)

The Beds Are Burning

foto: © capelight
Inmitten der mexikanischen Steppe steht ein Wohnwagen in Flammen. Mit ihm verbrennen Gina (Kim Basinger) und Nick (Joaquim de Almeida), die ihre außereheliche Affäre in diesem abgelegenen Liebesnest geheim gehalten hatten. Zum Entsetzen ihrer Familien beginnen ihre Kinder Mariana (Jennifer Lawrence) und Santiago (J. D. Pardo) bald nach der Katastrophe ebenfalls eine Beziehung. Viele Jahre später arbeitet die erwachsene Mariana (Charlize Theron) in Oregon unter einem anderen Namen als Restaurantmanagerin. Als Santiago mit einem Flugzeug verunglückt, holt sie ihre Vergangenheit ein.

"The Burning Plain" ("Auf brennender Erde") ist bezüglich seiner Handlung ein Melodram, wie es Douglas Sirk, der Meister des Genres, wohl auch vor 60 Jahren inszeniert hätte. Doch im Gegensatz zu den klassischen Melodramen Sirks, die meist chronologisch erzählt waren und in delirierend buntem Technicolor gedreht wurden, wählt der Mexikaner Guillermo Arriaga für sein Regiedebüt eine achronologische, zeitlich zersplitterte Dramaturgie. "Auf brennender Erde" wechselt beständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart und verknüpft die farblich voneinander abgesetzten, mäandernden Zeitebenen durch im Schnitt erzeugte Analogien. Diese Struktur überrascht kaum, zumal Arriaga ähnlich komplexe Erzählweisen bereits in seinen vielgelobten Drehbüchern für Alejandro González Iñárritu ("Amores Perros"; 2000; "Babel"; 2006) und Tommy Lee Jones ("The Three Burials of Melquiades Estrada" / "Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada"; 2005) erprobt hat.
Auch sonst ähnelt sein Film den Werken Iñárritus: die Nähe zum magischen Realismus in der Bildsprache, die seelischen Entblößungen der Schauspieler, die Schicksalhaftigkeit der Handlung. Arriaga arbeitet mit starken Polaritäten und offensichtlicher Symbolik, stellt immer wieder in den Bildern Feuer und Wasser, Männer und Frauen, Mexiko und die USA, die in gleißend helles Licht getauchte Vergangenheit und die blaugraue Tristesse der Gegenwart gegenüber. Und doch findet dieses Regiedebüt gerade in den leisen Szenen, den Zwischentönen, den impressionistischen Momenten zu sich und seine stärksten Momente.

Die in sich verschachtelte Erzählstruktur von "Auf brennender Erde" überzeugt allerdings nicht vollständig. Letztlich erzählt Arriaga eine einfache Geschichte, die durch die Montage der verschiedenen Zeitebenen und Handlungsorte mitunter unnötig verkompliziert wird. Das von Charlize Theron, Kim Basinger und der seit "Winter's Bone" (2010) zum Jungstar avancierten Jennifer Lawrence angeführte Ensemble beeindruckt dagegen uneingeschränkt. Insbesondere Theron legt einen glaubwürdigen Seelenstriptease hin, der diesen in den USA bereits zwei Jahre vor seinem deutschen Kinostart veröffentlichten Independentfilm allemal sehenswert macht.

Dieser Text ist zuerst erschienen auf: www.br.de

Harald Steinwender

Benotung des Films: (6/10)


Auf brennender Erde
OT: The Burning Plain
USA / Argentinien 2008 - 107 min.
Regie: Guillermo Arriaga - Drehbuch: Guillermo Arriaga - Produktion: Laurie McDonald, Walter F. Parkes, Charlize Theron - Kamera: Robert Elswit - Schnitt: Craig Wood - Musik: Hans Zimmer, Omar Rodríguez-Lopéz - Verleih: Capelight - FSK: ab 12 Jahren - Besetzung: Charlize Theron, Kim Basinger, John Corbett, Joaquim de Almeida, Danny Pino, José Maria Yazpik, Jennifer Lawrence, Robin Tunney, Gray Eubank
Kinostart (D): 26.05.2011

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt1068641/

Trailer:


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