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Girl on the Train

(USA 2016; Regie: Tate Taylor)

Wer hat schon heute noch einen Gärtner?

foto: © constantin film
Früher einmal stammten Gebrauchskrimis zum Lesen oder zum Anschauen (und nebenbei Lesen) von Agatha Christie, spielten unter undurchsichtig verbandelten Tatverdächtigen mit Erbschaftszwist und Rachegelüsten auf feudalen Landsitzen in Dorchester, nahe London, hielten uns mit übersehenen Details zum Narren, hatten am Ende eine Rückblende und entlarvten Sir Henry als den Mörder. Oder den Gärtner. (Also, sie entlarvten den Gärtner als den Mörder - nicht Sir Henry als den Gärtner.)

Heute stammen Gebrauchskrimis wie Paula Hawkins' "Girl on the Train" (der Titel verbirgt es nur mühsam) vom Romanbestseller "Gone Girl" ab, spielen unter als Traumatherapiesoziotop und per Smartphone verbandelten, fad verdächtigen Vorstadtweibern und -mandln mit Ehekrise und Kinderwunsch auf mittelständischen Landsitzen in Westchester, nahe New York, machen sich mit ihrem Perspektivwechselgeprotze zum Narren, bestehen aus oberschlauen Rückblenden und entlarven am Ende irgendwen als Mörder.

Wen, das darf keinesfalls gespoilert werden, sonst ist der ganze eh nicht so große Spaß an dem Film weg. Inszeniert hat ihn Allesfresser Tate Taylor, nicht düster wie Fincher, mehr so mit Problemfilmflair und in gedecktem Kolorit. Überall Schmerz; lässt aber eh bald nach. Am Ende ist Heilung da. Muss ja, sonst würde es nicht in der Voice-over der titelgebend manisch bahnfahrenden Heldin so groß ausbuchstabiert, von wegen, dass sie jetzt in einem anderen Zug sitzt und nach vorne schaut. Das Leben scheint irgendwie wie eine Zugfahrt zu sein - aber das ist jetzt wahrscheinlich eine eher gewagte Deutung.

Wie die meisten noch der nichtssagendsten Filme ist auch dieser recht okay und engagiert gespielt, mit Emily Blunt allen voran als Alkoholikerin mit Vodka-Nuckelflasche und Filmriss, aber ohne Makeup.

Drehli Robnik



Girl on the Train
OT: The Girl on the Train
USA 2016 - 112 min.
Regie: Tate Taylor - Drehbuch: Paula Hawkins, Erin Cressida Wilson - Produktion: Marc Platt - Kamera: Charlotte Bruus Christensen - Schnitt: Michael McCusker - Musik: Danny Elfman - Verleih: Constantin Film - Besetzung: Emily Blunt, Haley Bennett, Laura Prepon, Rebecca Ferguson, Luke Evans, Édgar Ramírez, Justin Theroux
Kinostart (D): 27.10.2016

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt3631112/

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Kommentare


Einträge: 1

FilmkritikenOD (zur Homepage) schrieb am 6.11.2016 um 19:08 Uhr :

Wie fandest du persönlich denn den Film? Habe Schwierigkeiten, das herauszulesen.
Fand die letzte halbe Stunde ganz unterhaltsam, aber alles davor doch sehr anstrengend.

Grüße





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