Insidious: Chapter 2

(USA 2013; Regie: James Wan)

Möbelrücken, Geistervermöbeln, Spukmelken

Bei 'Insidious: Chapter 2' ist manch unwillkommene Ironie am Werk. Dieses Spukhaussequel scheint von jenen Horrorfilmen (bis hin zum diesjährigen Sommerhit The Conjuring') abzukupfern, die ihrerseits an den Erfolg von Insidious' (2011) angeknüpft hatten. Dessen Macher, übrigens auch die Masterminds des vor fast zehn Jahren stilprägenden 'Saw' – Regisseur James Wan und Drehbuchautor Leigh Whannell (letzterer auch eine Hälfte des notorisch unlustigen comic relief-Geisternerd-Duos) – tun sich für Teil 2 nicht zuwenig an, sondern zuviel: Dieses haunted house ist zu prall gefüllt, dieser Familienfluch kommt zu vollmundig daher.

Teil 1 ging noch von einem Fluidum der Leere und Beiläufigkeit im white middle class-Alltag aus: Ein paar undeutliche Sounds, Huscher im Augenwinkel und massig kaltweiß strahlende Lampen vor viel schwarzgetöntem Mobilar in Weitwinkel machten alles sehr unheimlich – bis dann der Film in Familienparapsychologie, Kostüm- und Ausstattungspomp (in den Gruselkammern von 'Saw' bewährt') abschweifte und mit pathetischer Jenseitsaction endete.

Genau da setzt nun Teil 2 nahtlos an, will sofort viel, fährt reichlich Plot, Figuren und Dialog (zumal umständliche Erklärungen, immer ein schlechtes Omen) auf, setzt den queernessfeindlichen Unterton und die Unsitte, sich mit Geistern zu prügeln, als wären sie Kickboxer, fort. Es ist mehr wie in einer Sitcom als in einem bezwingenden Horrorfilm: Ständig kommt jemand zur Tür rein und will was; manche von denen kennt man von früher; alle – insbesondere der zuletzt auch in 'The Conjuring' als 'begeisterter' Familienvater eingesetzte Patrick Wilson und Barbara Hershey (1982 die Hauptdarstellerin in dem tollen Spukpsychothriller 'The Entity') – spielen unter ihrem Niveau, das dafür aber ungebremst. Eine Rückblende ins Jahr 1986 gibt es auch, weiters die Ruine eines Krankenhauses, und als obermorbides altes Lied erklingt nun 'Row, row, row the Boat' (2011 war es noch 'Tiptoe through the tulips').

Ein paar Mal geht er aber eh noch gut rein, der heutzutage gern vorgeführte Kleiderkasten-, Klopfzeichen- und Alte-Videos-Analysierschmäh, und die Kammer mit dem Wald aus unter Leintüchern versteckten erstarrten Groteskkörpern hat designerisch etwas vom alten Geisterfilm-, öh,-Spirit.

Benotung des Films :

Drehli Robnik
Insidious: Chapter 2
USA 2013 - 106 min.
Regie: James Wan - Drehbuch: Leigh Whannell - Produktion: Jason Blum - Kamera: John R. Leonetti - Schnitt: Kirk M. Morri - Musik: Kirk M. Morri - Verleih: Sony Pictures - Besetzung: Rose Byrne, Patrick Wilson, Barbara Hershey, Lin Shaye, Leigh Whannell, Michael Beach, Ty Simpkins, Danielle Bisutti, Garrett Ryan, Jocelin Donahue, Andrew Astor, Hank Harris, Priscilla Garita, Jenna Ortega, Steve Coulter
Kinostart (D): 17.10.2013

DVD-Starttermin (D): 30.11.-0001

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt2226417/

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