Grenzfälle – Es geschah übermorgen

(F / D 1971; Regie: Claude Boissol, Victor Vicas)

Pflaumen zu Diamanten

Als an der Börse urplötzlich die Kurse durchzudrehen beginnen, da weiß nur ein Mann, warum: ein Forscher im Anzug mit Brille und Halbglatze hält das Geheimnis zur Diamantenherstellung in Händen. Doch keiner will auf ihn hören. Später, als er dann tot vor dem Gebäude liegt, da findet sich ein Pflaumenzweig im Aktenkoffer und verwirrende, wissenschaftliche Dokumente. Ein äußerst mysteriöser Fall! Das ruft die Agenten Barbara Andersen (Elga Andersen) und Yan Thomas (Pierre Vaneck) auf den Plan: sie arbeiten für das „Internationale Institut zum Schutz der Wissenschaften“. Ihre Aufgabe ist es, zu verhindern, dass neue umwälzende Erfindungen in krimineller Weise missbraucht werden und so die internationale Lage destabilisiert wird. Und hier haben wir einen solchen Fall: denn unter dem Mikroskop zeigt sich, was sonst verborgen bleibt. Die Zwetschge kann Dank ihres hohen Kohlenstoffanteils mit einigen trickreichen chemisch-physikalischen Verfahren zu einem Diamanten transformiert werden. Kein Wunder also, drehen da die Weltmärkte durch, wenn sie mit diesen Edelsteinen geflutet werden …

„Grenzfälle – Es geschah übermorgen“ ist eine kultige Science-Fiction-TV-Serie aus den 70ern, die weniger an 'Akte X' – wie uns der Vertrieb glauben machen will – sondern eher an die 'Avengers' ('Mit Schirm, Charme und Melone') erinnert. Im Zentrum stehen zwei Ermittler, die als stets gutgelauntes, dabei scharfsinniges Doppelgespann den kriminellen und „paranormalen“ Machenschaften „mit modernster Computertechnik“ auf den Grund gehen. Da gibt es mit Hilfe eines Wellenmodulators paralysierte Dorfgemeinschaften in der Provence, mysteriöse UFO-Sichtungen, Marsmenschen, ein Stadtviertel voll fröhlicher Bewohner in Paris, usw.. Dies ist, wenn auch häufig thematisch etwas redundant und zugleich schwerfällig inszeniert, unterhaltsam anzusehen. Und für Fans sowieso Pflicht.

Die Veröffentlichung beinhaltet alle 13 Teile der beiden Staffeln, deren erste sechs Folgen zunächst im Jahr 1971 entstanden sind, während die folgenden sieben der zweiten Staffel im Jahr 1974 nachgeschoben wurden. Auf den vier DVDs finden sich ausschließlich die deutschen Synchronfassungen, die von der „Berliner Synchron“ erstellt wurden, die als durchweg hochwertig anzusehen sind. Wobei sich immer wieder einige Klöpse dazwischen geschlichen haben: „Die Leute, die wir suchen, sind nicht im Höhlenforscherverein!“, oder: „Sie sind dickköpfiger als ’ne Einbahnstraße!“. Auch zum Thema Geschlechterverhältnis lassen sich einige historisch interessante Beobachtungen machen. Die immer wieder thematisierten Aspekte aus dem Bereich Mystery und Fantasy sind jedoch kaum haltbar, da generell wissenschaftlich-rationale Erklärungen für die Vorgänge gefunden werden – auch wenn diese manches Mal an den Haaren herbeigezogen scheinen. Dennoch weiß die Serie durch ihre immer wieder kreativen und abwechslungsreichen Fälle zu überzeugen, woran das sympathische Auftreten des Agentenduos nicht geringen Anteil hat. Die Bildqualität ist allerdings eher im unteren Mittelfeld anzusiedeln (Bild- und Tonstörungen, teils unruhiger Bildstand, Farben), was sicherlich am schlechten Zustand des Ausgangsmaterials liegen dürfte. Aber allzu viel darf man bei einer heute eher weniger bekannten Serie, die nun beinahe 40 Jahre alt ist, nicht erwarten. Auch auf Bonusmaterial muss verzichtet werden.

Benotung des Films :

Michael Schleeh
Grenzfälle – Es geschah übermorgen
(Aux frontières du possible)
Frankreich / Deutschland 1971 - 667 min.
Regie: Claude Boissol, Victor Vicas - Drehbuch: Jacques Bergier, Henri Viard - Musik: Jack Ariel - Verleih: Pidax Film - Besetzung: Pierre Vaneck, Elga Andersen, Roger Rudel, Jean-François Rémi, Yvette Montier, Eva Christian, Liliane Patrick, Michael Garland
Kinostart (D): 30.11.-0001

DVD-Starttermin (D): 02.09.2011

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt0165570/
Link zum Verleih: http://www.pidax-film.de/product_info.php?info=p113_Grenzfaelle---Es-geschah-uebermorgen.html

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